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Die Aktion: Klausenpass - persönliche Reaktionen - 13.06.2003 - Wolfgang Gargitter aus Natters in Österreich

13.06.2003 - Wolfgang Gargitter aus Natters in Österreich

Wolfgang Gargitter From: Gargitter Wolfgang
To: uschi.schubert@gmx.net
Sent: Friday, June 13, 2003 11:40 PM
Subject: SPENDENBEITRAG zur "AKTION-KLAUSENPASS"

Ich bin zwar erst seit Frühjahr 1999 aktiver Motor-Biker (also "spätberufen"), dafür aber fröne ich diesem -zweifellos hochrisikoreichen und nicht immer komfortablen- Hobby (eigentlich ist es viel mehr; zumindest -einmal begonnen- eine nahezu unverzichtbare Leidenschaft) sehr intensiv (seit damals ca. 60.000 Km zurückgelegt; meist umfangreiche Tagestouren; meist einmal jährlich mehrtägige Tour).
Benutze dzt. eine "TRANSALP" (HONDA 650iger Enduro).

Ich bewundere die private Initiative, die sich für eine teilweise Risikominimierung am KLAUSEN einsetzt. Umso weniger verstehe ich es, daß gerade von Schweizer Bikern bisher keine Beiträge getätigt wurden.
Erst gestern machte ich -von Bludenz ausgehend- eine Halbtags-Rundtour über den Klausen- und den Pragelpass. Vorgewarnt, fuhr ich den Klausen von Ost nach West, nicht umgekehrt.
Von dieser Seite zwar weniger gefährlich; dafür sieht man die gesamte Tragweite an Gefährlichkeit der "LINI" -eindrucksvoll und beklemmend- links vor sich. Kein gutes Gefühl. Ein Stück weit ist ein Maschengitter (nur für die Optik; aber völlig wirkungslos) am Rohrgeländer befestigt; weitgehend aber eben nichts. So der derzeitige Status. Ohne grundlegende Veränderungen (Bau einer zum. 1m hohen Begrenzungsmauer) scheint mir hier nur das Anbringen hinreichend starker Stahldraht-Netze (ähnlich wie bei Lawinenverbauten) mit Fixation sowohl an der Fahrbahnbegrenzung als auch am Rohrgeländer sinnvoll und finanziell realistisch. Denn ich sehe bei den Schweizer Behörden irgendwie wenig Willen, an Pässen, die nur 5 Monate offen sind, größere bauliche Sicherungsmaßnahmen auszuführen (hier fällt mir auch besonders der UMBRAIL-
-Pass ein, der über einige Kilometer noch immer eine -weitestgehend ungesicherte- Schotterpiste aufweist; obwohl offizieller Zubringer zum STILFSERJOCH bzw. nach BORMIO).

Gavia-Passstrasse
Gavia Passstrasse - aufgelassene Trasse, ausserhalb des Tunnels
Leider gibt es noch eine ganze Liste von Pässen, die wenig oder gar keine Sicherung aufweisen:
Meist in Italien (Extrembeispiel GAVIA-Pass, auch MANGHEN-Pass oder STILFSERJOCH, wo
über weite Strecken nur dünne Baustahlstäbe die Fahrbahn "begrenzen), aber auch in der Schweiz
(z.B. der wilde SPLÜGEN-Pass); leider gehört auch das Tiroler HAHNTENNJOCH (dort, wo von
Imst kommend, rechts die Schlucht ist, "schützt" ebenfalls nur ein einfaches Traversengeländer
die -zahlreichen- Fahrer; jährlich fordert leider auch dieser Pass seine Opfer).

An der BRENNERSTRASSE sind -auch durch einen Verein, meines Wissens- in Summe sehr gute und wirksame Schutzmaßnahmen -vor allem in den Linkskurven- realisiert worden (z.B. die weiche Ummantelung der Leitplanken-Stützen). Aber auch diese Route fordert jährlich mehrmals ihren traurigen Tribut; nach wie vor.

@-MAIL: wolfgang.gargitter@aon.at


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Mail vom 27.06.2003

GAVIA-Paß: der -fahrtechnisch und vom Straßenzustand her- zum ziemlich Übelsten gehört, was ich an hochalpinen Straßen bisher kennengelernt habe (mit dem Auto würde ich ihn schon wegen der vielen Engstellen nicht fahren wollen; riskante
Zurücksetz-Manöver sind hier oft angesagt). Zudem liegt die Passhöhe auf hohen 2.621 Metern, und die Straße ist über weite Strecken nur mit einzelnen Randpflöcken oder Holzgeländer "gesichert". Auf ca. 2.300 m Seehöhe gab es bis vor einigen Jahren ein -mehrere hundert Meter langes- Straßenstück, welches -ähnlich wie die "Lini" am Klausen- dem Steilhang bzw. der Felswand regelrecht "abgetrotzt" wurde. Nachdem dort ein ital. Militär-LKW abgestürzt war, entschärfte die zuständige Provinzregierung (Lombardei) die Stelle mittels eines ca. 200 Meter langen Tunnels durch die Felswand (siehe beigefügte Fotos vom 24. Juni 03). Es nervt einfach, daß eine solche Lösung wohl in Italien, nicht aber im reichsten Land Europas, möglich ist; zumal der GAVIA im Vergleich zum KLAUSEN wohl viel weniger bedeutend, wichtig und frequentiert ist.

Gavia-Tunnel Hier sieht man links die Reste der alten Fahrbahntrasse, direkt am Abgrund entlangführend. Rechts daneben den einfachen, unbeleuchteten, TUNNEL (200 m lang). Eigentlich die beste Lösung. Angesichts der -bereits allzu vielen- Opfer sicherlich auch an der "LINI" erstrebenswert.
Hier könnten die Schweizer Behörden zeigen, wie ernst ihnen der gute Wille ist.

 

Passhöhe

So sah und sieht es direkt neben der alten Trasse aus....

und im Übrigen ist die aktuelle Trasse des GAVIA-Passes meist
auf diese -symbolische- Weise "gesichert". AUSWEICHSTELLEN (wie diese hier) sind eher die Ausnahme
als die Regel......

Mit diesen paar pics (habe dergleichen noch einige) möchte ich sagen:
Der GAVIA mit 1.621 Metern und seiner einsamen Lage ist eigentlich nicht wichtig (wobei es sicherlich richtig ist, daß er uns BIKER erfreut, weil er wildromantisch ist, und er eigentlich jedes Jahr 1x auf meiner Tourenliste steht). Und wenn hier gewisse -wenige zwar, aber doch- Entschärfungen möglich waren, dann sollte doch Gleiches (oder Besseres) auch in der Schweiz für den weitaus bedeutenderen KLAUSEN-Paß möglich sein.


Falls eine Tunnel-Lösung am KLAUSEN nicht durchsetzbar sein sollte, halte ich immer noch die Variante mit den Stahlseil-Netzen für sinnvoll -und vor Allem leichter finanzierbar- (obwohl diese Lösung nur den Bikern, nicht aber den Autolenkern, nützt).

Soviel zum ENTSCHÄRFUNGS-VORSCHLAG für die "LINI".

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